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Neue Studien der Varifo 2011
Unsere Datenbanken wurden seit Beginn des Jahres 2000
geöffnet, insbesondere für die Darstellung der Atherosklerose in den
Herzkranzgefässen (Koronarkalkmessungen 2000-2006), Messung der
Gesamtbelastung der Halsschlagadern mit Atherosklerose (Total Plaque Area,
TPA 2002 bis auf weiteres), Messung von neuen Entzüdungsmarkern im Blut (hsCRP
seit 2008 bis auf weiteres) sowie neu Verlaufskontrollen des Risikos ab 2011
(Cordicare III Studie).
Im Folgenden die wichtigsten wissenschaftlichen
Resultate:
Koronarkalkmessung mit
Computertomographie bringt nichts
Weil die Kalkmessungen durch Computertomographie das
kardiovaskuläre Risiko nicht frühzeitig genug abbildet und diese Bildgebung teuer und
nicht ohne Risiko ist (Röntgenstrahlen!), sollte dieses Verfahren nicht zur Risikoeinschätzung benutzt werden.
Hingegen ist es risikofrei möglich die Ablagerungen in
den Halsschlagadern mit Ultraschall zu messen. Wir konnten zeigen, dass die
Ablagerungen noch vor den Verkalkungen in den Herzkranzgefässen auftreten
und damit früher eine rechtzeitige Behandlung eingeleitet werden kann. Die
Messung der Arterienverkalkung und der Atherosklerose in der Halsschlagader erlaubt
es zudem, die
Risikoeinschätzung in angebrachten Zeitabständen zu wiederholen um den
Patienten über die Entwicklung seines Risikos für Herz- und Hinrschlag zu informieren
und rechtzeitig Gegenmassnahmen zu treffen..
Entzüdungsmarker im Blut (hsCRP)
bringt keinen Nutzen für die Risikoerkennung
Wir konnten keinen zusätzlichen signifikanten Nutzen
des hsCRP feststellen bei der erstmaligen Risikoerkennung von Patienten und
können nicht empfehlen diesen Test zu verwenden.
Die Gesamtfläche der Plaque Ablagerungen in den
Halsschlagadern ermöglicht jedoch die Neueinteilung der Patienten in die
verschiedenen Risikogruppen. Anhand der gesamten Fläche der Ablagerungen lässt sich
somit eine wichtige Präzisierung gezielter eingesetzt werden kann.
Herzschlagrisiko: es ist noch
viel zu tun Leider bleibt die Hauptursache
für Patienten mit mittlerem oder hohem Risiko einen Herzschlag zu erleiden
weiterhin unbehandelt. Es handelt sich um das "schlechte", durch
die genetische Veranlagung erhöhte LDL-Cholesterin
und wir konnten zeigen, dass durch die Behandlung, das Risiko um bis zu 50%
gesenkt werden könnte. Durch Erreichen der idealen Werte, regelmässige
Bewegung, eine ausgewogen Ernährung und ohne zu Rauchen ist es möglich das
Risiko auch ohne Medikation niedrig zu halten.
Hirnschlagrisiko: unter
Kontrolle! Seit diesem Jahr ist es möglich
die Risikoerkennung eines Hirnschlages auch durch die Ablagerungen in den
Halsschlagadern mittels TPA genauer vorher zu sagen. Für alle Patienten ist es wichtig über Werte
des eigenen Blutdrucks und deren ideale Werte bestens informiert zu sein.
Für RaucherInnen wäre es zusätzlich zur Beobachtung des
Blutdrucks am wichtigsten mit dem Rauchen endgültig aufzuhören um somit das
Risiko zu senken.
Schlussfolgerungen
Die Messung der gesamten Fläche der Ablagerungen in den
Halsschlagadern (total plaque area, TPA) ist eine in der Weltliteratur
etablierte, reproduzierbare, ungefährliche und präzise Methode, um das
Vorhandensein der Atherosklerose zu erfassen und den Verlauf zu beobachten.
So kann bei Bedarf rechtzeitig interveniert werden. Damit können auch Sie
sich vor dem Herzschlag und dem Hirnschlag schützen.
Beispiel
Halsschlagader mit grosser Ablagerung (Atherom). Diese
Ablagerungen entstehen als Folge ungenügend behandelter Risikofaktoren,
insbesondere auch das genetische LDL-Cholesterin. Beobachtungen haben
bewiesen, dass mit der Senkung des LDL-Cholesterins die Atherome kleiner
werden. Damit wird der Organismus betreffend vaskulärem Risiko biologisch
jünger und überlebensfähiger.
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